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Stellungnahme des Vorstands zur Entscheidung des Sportausschusses

16. 09. 2021

Liebe Clubmitglieder, Liebe Freunde des Soester HC,

 

einen vorläufigen Abschluss hat die Debatte um die Erneuerung des Kunstrasenbelages „Am Ardey“ am vergangenen Mittwoch, 8. September 2021, in einer außerordentlichen Sitzung des Sportausschusses der Stadt Soest gefunden. Diese außerordentliche Sitzung war aufgrund eines Antrages der BG-Fraktion, der in Abstimmung mit uns als Vorstandsteam verfasst wurde, erforderlich geworden. Der in der Regel nur zweimal jährlich zusammenkommende Sportausschuss war somit gefordert in der außerordentlichen Sitzung über die weiteren Planungen zur Erneuerung des Kunstrasens zu entscheiden. Als Vorstandsteam waren wir zur Sitzung ebenfalls anwesend – denn uns interessierte insbesondere der Weg der Entscheidungsfindung. Im Anschluss an eine kurze Diskussion zwischen den Sitzungsteilnehmern wurde bereits die finale Entscheidung für einen neuen Kunstrasenbelag „Am Ardey“ gefällt. Der Sportausschuss hat sich mit 13:2 Stimmen für den Bau eines neuen, sandverfüllten Kunstrasens entschieden. Auf die Möglichkeit durch einen Wortbeitrag unserseits in der Sitzung noch einmal eine faktenbasierte Gegenüberstellung darzulegen, wurde nicht zurückgegriffen. Der sandverfüllte Kunstrasen wird zudem deutlich langflooriger, als das jetzige System sein und somit den Ansprüchen der beteiligten Fußballvereine gerecht werden. Erstaunlich ist die Grundlage, auf der diese Entscheidung durch das politische Gremium getroffen wurde. So wurden bereits im Vorhinein, aber auch in der Sitzung selbst, Argumentationen und Debatten ohne das Anführen fundierter Belege, Expertenmeinungen und Erfahrungsberichte geführt. Insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und die ökologischen Aspekte eines bewässerten Kunstrasens wurde unsachlich und ohne Grundlage von Fakten argumentiert. Auch die von den betroffenen, städtischen Fußballvereinen in einer gemeinsamen Erklärung eingeworfene Behauptung einer erhöhten Verletzungsgefahr auf einem bewässerten Rasen hielt sich bis zuletzt aufrecht, trotzdem hierfür keine Beweise vorgelegt wurden. Zusätzlich wurde deutlich gemacht, dass der bewässerte Kunstrasen für den Fußball untypische Eigenschaften bietet. Eine Erklärung, was die untypischen Eigenschaften im Detail sind, blieb ausstehend. Für das Aufschieben der Entscheidung und der dadurch entstehenden Möglichkeit eine weitere sachliche Aufbereitung der Debatte zu erlangen, waren keine Mehrheiten zu gewinnen. Ebenfalls nicht für eine mutigere Entscheidung in Bezug auf die Realisierungszeitpunkte und -schritte zur Einhaltung des Budgetrahmens. Trotz unserer Gespräche mit allen beteiligten Fraktionen in den letzten Wochen zur Vorbereitung der Sitzung und der damit verbundenen Einladung zu gemeinsamer Diskussion und Meinungsbildung (der im Übrigen nur wenige Ausschussmitglieder gefolgt sind), blieben viele Parteien bei ihren Bedenken und entschieden in unseren Augen ohne umfassende, eigene Recherche über die Verwendung der zur Verfügung stehenden 250.000 €. Der Fußballsport ist Hauptnutzer der Platzanlage und das wird sich in vielerlei Hinsicht auch niemals ändern, so der allgemeine, unterschwellige Tenor. Diese Meinung teilen wir nicht, da zumindest aktuell in den Sommermonaten eine ausgewogene Nutzungszeit zwischen den Sportarten Hockey und Fußball besteht. Zudem ist unter anderem aufgrund der allgemein angespannten Hallenkapazitäten davon auszugehen, dass zukünftig auch in den Wintermonaten Hockeytrainingseinheiten auf dem Feld durchgeführt werden.

Eine faktenbasierte Diskussion auf Augenhöhe mit der Möglichkeit wertvolle und für alle Seiten einvernehmliche Kompromisse zu erzielen, haben wir vermisst.

Bei den beiden Verfechtern eines bewässerten Kunstrasens im Sportausschuss, Walter Raubaum (SO!-Partei) und Ralf Gebel (BG Soest), möchten wir uns herzlich bedanken! Für euren Einsatz und eure „Brandreden“ buchstäblich bis zur letzten Minute in der außerordentlichen Sportausschuss-Sitzung sind wir euch dankbar. Denn ihr habt damit einmal mehr deutlich gemacht, wie schwierig es ist für Vereine aus Randsportarten ihre Interessen zur Vereinsentwicklung berücksichtigt zu wissen.

Zusammengefasst werden wir auch zukünftig weiter darum kämpfen in der durch Fußball dominierten Soester Sportlandschaft ernst genommen und verstanden zu werden. Dabei ist die derzeitige positive Vereinsentwicklung ein sehr wichtiger Schritt. Schlussendlich benötigen wir als Hockeyverein für einen optimalen Trainings- und Spielbetrieb mittelfristig selbstverständlich einen bewässerten Kunstrasen. Dies ist neben weiteren Bereichen, wie der Ausbildungsqualität, der Jugendförderung und der Qualität der Seniorenteams, eine der fundamentalen Säulen für einen erfolgreichen Hockeyverein.

Wir werden weiter am Ball bleiben – insbesondere, wenn es in den kommenden Monaten um die Überarbeitung des Sportentwicklungsplans der Stadt Soest geht. Wir werden als kleiner Breitensportverein unsere großen Wachstumschancen weiterhin beweisen und uns für die Belange einer Randsportart einsetzen.

 

Gerne stehen wir für Anmerkungen und Anregungen zur Verfügung, zum Beispiel per E-Mail an , jederzeit telefonisch unter den bekannten Nummern oder bei passender Gelegenheit im persönlichen Gespräch.

 

Mit sportlichen Grüßen 

Tim Gosewinkel (1. Vorsitzender)

Lorenz Fernkorn (2. Vorsitzender)

Laura Conzendorf (Geschäftsführerin)

Rainer Günther (Kassenwart)

 

 

Bild zur Meldung: Hockey auf bewässertem Kunstrasen

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